Eine beeindruckende Studienfahrt Kranzniederlegung am Mahnmal in Sachsenhausen

Ereignisreiche Tage liegen hinter einer Schüler-Delegation der EFG. Vom 3. bis 5. Juni reisten 35 Schülerinnen aus verschiedenen Kursen nach Berlin, um dort an Gedenkveranstaltungen anläßlich des 80. Jahrestages der Machtergreifung duch die Nationalsozialisten teilzunehmen. Die Reise stand im Zusammenhang der Kooperative Denk Mal des DGB, der EFG, der Falken und anderer lokaler Partner. Beteiligt war auch die Arbeitsgemeinschaft der EFG zum Projekt Revierversion 2.1 des Aktuellen Forums NRW.

Eine beeindruckende Studienfahrt<br>Kranzniederlegung am Mahnmal in Sachsenhausen

Begleitet wurde die Gruppe von den Lehrern Ulrich Kind, Isa Tappenhölter und Volker Brockhoff. Organisiert worden war die Reise vom Unterrichtsprojekt „Kohlengräberland“.
Die Studienfahrt begann mit einem Besuch der ehemaligen Blindenwerkstadt Otto Weidt. Der sehbehinderte Unternehmer beschäftigte und versteckte Anfang der 40er Jahre in seinem Betrieb vorrangig jüdische Mitbürger, um sie so vor dem Zugriff der Nazis zu bewahren. Zu den Geretteten gehört auch die bekannte Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Inge Deutschkron. Leider kam es nicht zu dem angekündigten Gespräch mit der prominten Zeitzeugin, da die 90jährige kurzfristig wegen einer Erkrankung absagen musste. Stattdessen erfuhren die 15- bis 18jährigen in einem eindrucksvollen Vortrag viel über den Einsatz von Otto Weidt und seiner zahlreichen Helfer für die vom Tod im KZ bedrohten Mitbürger.

Am nächsten Tag ging es zum Bahnhof Friedrichstraße, wo in diesen Tagen der „Zug der Erinnerung“ Station machte. Das mobile Museumsprojekt erinnert an die Rolle der ehemaligen Reichsbahn beim Transport in die Vernichtungslager. Beim Rundgang durch die Wagons des Zuges erfuhren die Jugendlichen auch, dass die Deutsche Bahn, als Rechtsnachfolger der Reichsbahn, eine Kostenbeteiligung an dem Museumsprojekt ablehnt. Die Kosten werden ausschließlich durch private Spenden finanziert.

Beim Rundgang durch die Innenstadt machte die Gruppe immer wieder Station bei den Exponaten der Ausstellung „Zerstörte Vielfalt 1933 – 1945“ des Deutsches Historischen Museums. Auf Litfassäulen wurden die Biografien von Kulturschaffenden gezeigt, die durch die Nazis verfolgt oder vertrieben worden waren.

Mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal in Sachsenhausen endete am Nachmittag der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers. Noch tief beeindruckt von dem Rundgang durch das ehemalige Lager verlasen die Jugendlichen die Namen von Herner Opfern des NS-Regimes, die in Sachsenhausen zu Tode gekommen waren.

Zu später Stunde fuhr die Gruppe am Abend zum Holocaust-Mahnmal in der Berliner-Innenstadt. Die Dunkelheit und Stille zwischen den steinernen Stelen verdeutlichte den Jugendlichen mehr als viele Worte die Bedrängnis und Angst während des NS-Terrors.

Trotz aller Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung kam aber auch die Freude bei der Reise nicht zu kurz. Zum Beispiel konnte am letzten Tag eine Schülerin ein Foto von sich gemeinsam mit Brad Pit präsentieren, der in der Hauptstad seinen neuen Film vorgestellt hatte. Im Anschluss an die Fahrt werden die Ergebnisse und Erfahrungen im Rahmen des Unterrichtes und Projekten weiter aufgearbeitet.

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