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„Wie können Menschen Menschen so etwas antun?“

Diese Frage, ich nehme es vorweg, lässt sich auch nach unserer diesjährigen Studienfahrt nach Auschwitz nicht beantworten. Jedes Jahr fahren interessierte Schülerinnen und Schüler zu einer Gedenkstätte des deutschen Faschismus und jedes zweite Jahr ist der Studienort der Fahr Auschwitz. Durch die großzügige Unterstützung der Bethe-Stiftung (Erinnern ermöglichen) wurde diese Fahrt finanziell ermöglicht.

„Wie können Menschen Menschen so etwas antun?“

22 SchülerInnen des derzeitigen Jahrgangs „EF“ erlebten unter Begleitung von Herrn Piechnik und Frau van Hoften eindrucksvolle Tage in Krakau und Auschwitz. In Krakau erkundeten wir das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz, das am ersten Tag der Studienfahrt besucht wurde, und das dokumentiert, wie jüdisches Leben vor der Zeit der deutschen Besatzung gelebt wurde und nun auch wieder gelebt wird. Hier stand unter anderem der Besuch der Remuh-Synagoge auf dem Programm, in der noch stets Gottesdienste stattfinden. Für manche unter uns war es auch deshalb interessant, weil sie sich zum ersten Mal in einer Synagoge befanden. Eine informative Führung, die durch eine Mitarbeiterin des jüdischen Museums in Krakau realisiert wurde, führte uns in die Geschichte der polnischen Juden in Krakau ein.
In den nächsten beiden Tage widmete sich die Gruppe der intensiven Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der faschistischen Rassenideologie, die zur Ermordung von ca. 6 Millionen Juden und schätzungsweise 500.000 Sinti und Roma geführt haben. In Auschwitz mit seinen beiden Lagern (Stammlager und dem Lager „Auschwitz II“ in Birkenau) wird die Perversität dieser Ideologie in gewisser Weise für die Besucher erfahrbar.
In einem den Besuch der Konzentrationslager vorbereitenden Workshop erarbeitete die Gruppe sich die wesentlichen Informationen zu den Lagern und erfuhr über das Schicksal einer jungen Frau, wie auch die Sinti und Roma der Tötungsmaschinerie der deutschen Faschisten zum Opfer fielen. Der eigentliche Besuch der Konzentrationslager ist dann aber doch überwältigend (es ist schwierig hier das richtige Wort zu finden), auch wenn man gut vorbereitet ist und eigentlich viel von dem weiß, was geschehen ist. So erlebte es auch die Gruppe. Die Bilder der Fotostrecke sprechen, so denke ich, für sich. Abschließend hatte wir die besondere Gelegenheit einen Überlebenden des Konzentrationslagers, Herrn D³ugoborski zu sprechen. Der mittlerweile 92-jährige, der dem polnischen Widerstand gegen die deutschen Besetzer angehörte, berichtete von den Umständen seiner Inhaftierung und seinen Erfahrungen im Konzentrationslager. So erzählte er uns, dass er nur deshalb überleben konnte, weil er in der Lagerküche arbeitete und so die Möglichkeit hatte, Lebensmittel zu entwenden. Der letzte Fahrten- Tag wurde abgerundet durch Besuche von Teilen der Gruppe in dem sehr beeindruckenden kleinen Museum „Apteka Pod Orlen“ – eine ehemalige Apotheke am Eingang des Krakauer Ghettos, die zu dieser Zeit Hilfe- Ort für Insassen des Ghettos und Ort des Widerstands gegen die Maßnahmen der deutschen Besatzungstruppen wurde - oder des ehemaligen KZ Plaszow und des benachbarten ehemaligen Liban- Arbeits- Steinbruchs für Häftlinge in Podegorze.
Die Reise stellte für alle eine besondere Erfahrung und Bereicherung dar und stärkte uns in der Überzeugung, wie wichtig es ist, das vergangene Unrecht, das den Menschen angetan wurde, nicht zu vergessen und gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Menschen verachtende Ideologien einzutreten, damit sich die Vergangenheit nicht wiederholt.

PIEC, 07.05.2018

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