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Beeindruckende Gedenkstättenfahrt nach Wien

Von Vanessa Sklarksy (Q1, Jahrgang 12)
„Die Vergangenheit ist nicht dazu da, um sie zu vergessen, sondern viel mehr, um aus ihr zu lernen“ mit diesem Satz im Hinterkopf begaben sich 22 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrerkräfte aus den zehnten Klassen und der Q1 (Jahrgang 12) vom 03. bis 7. April 2017 auf den Weg nach Wien. Der genannte Grundgedanke ist Hintergrund für Studienfahrten zu Gedenkstätten aus der Zeit des Nationalsozialismus, die zum festen Programm an der EFG gehören.

Beeindruckende Gedenkstättenfahrt nach Wien
Diesmal war Wien Ziel der Fahrt, weil es dort durch Kontakte zur Gedenkstätte des Österreichischen Widerstands und deren Leiter Andreas Peham, einem ausgewiesenen Fachmann für das Themenfeld, nicht nur die Chance gab, sich dem Thema historisch anzunähern, sondern auch aktuell. Peham ist auch Fachmann für Tendenzen und Entwicklungen in der aktuellen rechten und rechtsextremen Szene in Europa.
Viele der Jugendlichen fanden die Stadt Wien sehr beeindruckend und sehr schön. Im Vordergrund stand aber dann natürlich Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus. Vier Tage lang konnten wir Vieles lernen. Sehr beeindruckend war zum Beispiel der jüdische Teil des Zentralfriedhofs. Nikolina und Alyssa schilderten danach ihr „komisches Gefühl“, als sie über den Friedhof gelaufen sind. Sie empfanden ihn erstmal als „einsam, eigentümlich zerfallen, ungepflegt und ziemlich voll“. Aber es war wichtig und sehr interessant, diesen Friedhof in Wien zu besuchen. Einerseits bekamen wir ein wenig ein Gefühl für einen Teil der jüdischen Kultur, aber es war auch beeindruckend, zu sehen, wie radikal und extrem die Folgen der Nazi- Herrschaft für Juden in Wien in dieser Zeit gewesen sind. Auch interessant waren die Ausführungen von Andreas Peham zu den verschiedenen Mahn- und Gedenkstätten auf dem Friedhof, die einerseits spüren ließen, wie vielfältig, brutal und extrem die Nazis das Leben vieler Menschen beeinflussten, unterdrückten oder es gar nahmen. Andererseits konnte man nachvollziehen, wie verschiedene gesellschaftliche Gruppen heute verschiedene Arten von Erinnern und auch von Sichtweisen auf Geschichte haben und in ihren Gedenkstätten umsetzen (z.B. durch bestimmte Formulierungen oder die Nennung bestimmter Jahreszahlen, aus denen die Sichtweise der Gruppen auf die Rolle Österreichs in dieser Zeit deutlich wird) – Geschichte ist also nicht einfach Geschichte, sondern sie wird auch interpretiert, zum Teil auch vereinnahmt.
Ein weiterer beeindruckender Moment in Wien war, als wir die Euthanasie-Gedenkstätte Steinhof besuchten. Als eine Schülerin fragte, ob sie sich die Räume angucken könnte, in denen all die „grausamen“- Dinge damals passiert sind, bekam sie die Antwort, dass wir uns genau in ihnen befänden und in weiteren der damaligen Räume heute eine Psychiatrie und ein Krankenhaus sind. Viele der Pfleger wissen gar nicht, was damals passiert ist. Für uns war es ein sehr eigenartiges Gefühl, dort zu sein. An diesem Ort passierten viele unbegreifliche Dinge und trotzdem herrscht dort heute Alltag und Unwissen. Andreas Peham begleitete uns Schüler und Lehrer auf eine sehr angenehme und informative Weise zu verschiedenen Orten der Innenstadt, zum Dokumentationsarchiv und zur Universität und versuchte, uns Schülerinnen und Schülern Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus näher zu bringen. Aber auch viele weitere Leute des Dokumentationsarchivs haben uns sehr nett und engagiert begleitet und unser Programm gestaltet und bereichert gemacht. Unter ihnen war auch Eli, die uns sehr sympathisch und eindrücklich am Tag in der Gedenkstätte Steinhoff betreut hat – Vielen Dank an alle dafür. Nach einer elfstündigen Fahrt waren wir am Freitagmorgen wieder zurück in Herne angekommen. Es waren vier anstrengende Tage aber eines stand für uns fest: Es ist gut, dabei gewesen zu sein und sehr wichtig, sich an die Vergangenheit zu erinnern und sie nicht zu verdrängen!!! Und: Es waren anstrengende, aber auch sehr schöne Tage, die alle vermutlich noch ein wenig länger begleiten werden. Als der Oberstufenleiter Anders Krosch am darauffolgenden Montag die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fragte, wer dafür wäre, dass es eine ähnliche Fahrt nächstes Jahr nochmal geben sollte, gingen alle Hände hoch!

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